Sirtuine für mehr Gesundheit

Wir wissen mittlerweile, dass eine Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln besonders gesund für den menschlichen Organismus ist. Vor allem wegen ihres Gehaltes an sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. 

Pflanzen können nicht vor ihren Feinden fliehen und produzieren daher diese Farb- und Duftstoffe auch als Abwehrstoffe vor Fraßfeinden und äußeren Einflüssen wie beispielsweise UV- Strahlung. Für uns, als natürliche Bedrohung der Pflanzen, sind diese Stoffe also moderate „Gifte“, welche wiederum unsere körpereigenen Schutzmechanismen in Gang setzen und im Überlebensmodus unsere Langlebigkeitsenzyme, die Sirtuine, aktivieren.

Die sirtuinreiche Ernährung liegt somit dem sogenannten Hormesis- Prinzip zugrunde, frei nach dem Motto „What doesn’t kill you makes you stronger“

Die moderaten pflanzlichen Gifte lösen eine physiologische Stressreaktion in unserem Körper aus, Aktivieren die Sirtuine, verbessern die Funktion unseres Immunsystems, dienen dabei der Krankheitsprävention und können dadurch lebensverlängernd wirken. Sirtuine (engl. silent information regulator) sind dabei regulatorische Enzyme unserer Langlebigkeitsgene, welche unser Körper selbst produzieren kann. Wir besitzen grundsätzlich sieben dieser Langlebigkeitsenzyme, diese werden mit SIRT und der jeweiligen Nummer abgekürzt, beispielsweise SIRT2. Laut dem Genetikforscher der Harvard Medical School David Sinclair PhD spielen diese eine wichtige Rolle in der Krankheitsprävention- und Bekämpfung. So kontrollieren beispielsweise die Sirtuine 1,2 und 6 Entzündungsprozesse unseres Körpers. Auch stabilisieren Sirtuine Studien zufolge die schadensanfällige DNA und verringern das Risiko altersbedingter Erkrankungen. Viele Gründe sprechen demnach dafür, die Enzyme zu aktivieren und ihren gesundheitlichen Nutzen für uns zu nutzen.

Hormesis-Prinzip und biologische Lebensmittel

Werden Lebensmittel im Rahmen der konventionellen Landwirtschaft mit Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln besprüht, dient dies der Prävention von Ernteverlusten durch Krankheitsbefall der Pflanzen. Doch durch den Einsatz dieser Mittel ist die Pflanze kaum mehr gezwungen, eigene Schutzsysteme zu aktivieren und produziert so weniger der für uns so wertvollen Pflanzenstoffe. 

In der biologischen Produktion sind die Pflanzen noch vermehrt auf ihre eigenen Abwehrsysteme angewiesen, weshalb hier oftmals der ‚Gehalt an sekundären Pflanzenstoffe höher ist. Also, greife öfter auf biologische Lebensmittel zurück!

Aktivierung der Sirtuine

Iss mehr Pflanzen

Pflanzliche Lebensmittel aktivieren, wie oben bereits erklärt, die Enzyme, welche wiederum Gene an- und abschalten, welche an unserer Gesundheit und Langlebigkeit beteiligt sind.

Laut Prof. Dr. Med. Kleine- Gunk gehören zu diesen Lebensmitteln:

     

      • Alte Apfelsorten (vor allem die Schale) 

      • Brokkoli

      • Pseudogetreide

      • Nüsse & Saaten

      • Chili

      • Grüner Tee

      • Grünkohl

      • Beeren

      • Kaffee

      • Zwiebelgewächse

      • Kurkuma

      • Olivenöl

      • Frische Kräuter

      • Rotwein

      • Rucola

      • Dunkle Schokolade

      • Soja

      • Tomaten

      • Zitrusfrüchte

    Bring Bewegung in deinen Alltag

    Auch durch regelmäßiges Ausdauertraining und Bewegung im Alltag werden die Sirtuine aktiviert. Dabei muss dies nicht übermäßig sein, aber ein moderates Training hilft deinem Körper bei der Ausscheidung überflüssiger Stoffwechselprodukte-und Aktivierung unserer Schutzsysteme.

    Weniger oft Essen

    Auch die zeitweise Kalorienrestriktion und der gezielte Nahrungsverzicht sind Methoden, die eine Lebensverlängernde Wirkung zeigen. Im Rahmen dessen wird unser körpereigenes Zellrecyclings-und Verjüngungssystem, die sogenannte Autophagie, aktiviert. Auch die Sirtuine werden aktiviert, welche unserem Körper in solchen Stresssituationen beim Überleben helfen. 

    Kälte- und Hitze

    Auch während extremen Kälte-oder Hitzephasen wird unser körpereigener Überlebensmodus trainiert und Schutzsysteme aktiviert. Es regt die Zellkraftwerke (Mitochondrien) an und fördert deren Produktion. 

    Quellen:

       

        • Paredes et al (2018). The epigenetic regulator SIRT7 guards against mammalian cellular senescence induced by ribosomal DNA instability. doi: 10.1074/jbc.AC118.003325

        • Sinclair, D. (2019). Lifespan-Why we Age and why we dont have to (1. Auflage). Thorsons.

        • Ruge, N.(2021). Verjüngung ist möglich-wissenschaftlich erforscht, was wirklich hilft. (3. Auflage). Gräfe und Unzer Verlag.

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